Postdoc-Workshop: Vom Tweet zum Interview: Medientraining für Forschende

Rahmendaten

Datum und Uhrzeit:
Mo, 17.05.2021, 9.00–13.00 Uhr inkl. Pausen
Di, 18.05.2021, 9.00–13.00 Uhr inkl. Pausen
Do, 20.05.2021, 9.00–13.00 Uhr inkl. Pausen
Fr, 21.05.2021, 9.00–13.00 Uhr inkl. Pausen
Ort: Online (via Zoom)
Zielgruppe: Postdoktorand*innen aller Forschungsbereiche der UA Ruhr Universitäten
Trainerin: Kristin Raabe
Anmeldefrist: 03.05.2021
Kontakt für organisatorische Rückfragen: Dr. Ursula Justus (RUB Research School)

Kurzbeschreibung

Soziale Medien wie Twitter bieten Forschenden heute die Chance unkompliziert mit Laien, anderen Wissenschaftler*innen oder Journalist*innen in einen direkten Austausch zu gehen. Ein harmloser 280-Zeichen langer Tweet kann nahezu unbeachtet im Echoraum verhallen, die Zahl der Follower deutlich erhöhen, einen Shitstorm auslösen oder gar zu Interviewanfragen aus aller Welt führen. Wie Forschende Tweets zielgerichtet formulieren können, um negative Reaktionen zu vermeiden und die erwünschte Zielgruppe zu erreichen, üben die Teilnehmenden im ersten Teil des Online-Seminars. Im zweiten Teil geht es dann um die daraus folgenden Medienkontakte. Welche Erwartungen haben Journalist*innen an Forschende? Wie lässt sich ein griffiges Statement für eine Nachrichtensendung formulieren? Wie können komplizierte Forschungsinhalte den Lesern oder Hörern nahegebracht werden? All diesen Herausforderungen stellen sich die Teilnehmer*innen des Seminars in einer Vielzahl praktischer Übungen.

Seminarmodule:

Im Seminar spielen die Teilnehmer den „Ernstfall“ vom abgesetzten Tweet bis hin zum Radio- oder Zeitungsinterview einmal durch. Im Laufe dieses Prozesses werden die untenstehenden Seminarmodule erarbeitet. Analog zu den in der Journalist*innenausbildung üblichen „W-Fragen“, widmen sich einige Module konkreten Fragen, zu denen den Teilnehmer*innen auch ein ausführliches Handout zur Verfügung gestellt wird. Der Schwerpunkt des Seminars liegt auf praktischen Übungen, in denen die Teilnehmenden beispielsweise eine Kernbotschaft für ihr Forschungsthema entwickeln und am Ende in einem Interview selbst Rede und Antwort stehen müssen.

Ziel: Warum kommuniziere ich?
Bei diesem „W“ geht es nicht nur darum, die eigene Motivation auszuloten, sondern auch um Überlegungen zum Verhältnis von Wissenschaft und Gesellschaft. Außerdem sollen konkrete Kommunikationsziele für das eigene Forschungsthema erarbeitet werden.

Zielgruppe: Wen will ich erreichen?
Senioren, Studenten, Fahrradfahrer, Journalist*innen, Arbeitslose, Kindergartenkinder, Politiker*innen, Gamer und Andere können in der Wissenschaftskommunikation eine konkrete Zielgruppe darstellen. In diesem Modul lernen die Teilnehmer*innen, wie sie eine Zielgruppe für ihr Forschungsthema definieren. Dabei nähern wir uns schon der Entwicklung eines Tweets für diese Zielgruppe.

Rolle: Wer bin ich?
Erklärbär, Retter, Bösewicht – Forschende können in der Öffentlichkeit die unterschiedlichsten Rollen einnehmen. Nicht immer – aber sehr häufig – können sie selbst mitgestalten, wer sie in der Öffentlichkeit sein wollen.

Thema & Botschaft: Was kommuniziere ich?

In diesem Modul entwickeln die Teilnehmer*innen eine Kernbotschaft zu ihrem Forschungsthema. Die Fähigkeit, die eigene Forschung in wenigen Sätzen zusammenzufassen, ist für Interviews und andere Formen der Wissenschaftskommunikation gleichermaßen bedeutend.

Twitter: Wissenschaft in 280 Zeichen
In kaum einem anderen Medium werden Forscher so enge Grenzen gesetzt wie bei einem Tweet. Dem gegenüber steht aber die enorme Reichweite, die Twitter bietet. Wie ein gelungener Tweet formuliert sein soll, damit er die Aufmerksamkeit der Zielgruppe weckt, lernen die Teilnehmer*innen in diesem Seminarmodul.

Journalist*innen: Welche Erwartungen haben Medienschaffende an Forschende?
Wissenschaftler*innen haben gelernt es stets ganz genau zu nehmen, auf Details zu achten, möglichst sachlich zu bleiben, wohingegen Journalist*innen Emotionen lieben, nach Geschichten suchen und stets das große Ganze im Blick haben. Spannungen sind bei diesen unterschiedlichen Denkweisen nahezu vorprogrammiert. Damit daraus nicht echte Konflikte entstehen, lernen die Teilnehmer*innen hier die Welt der Medienschaffenden und deren Arbeitsweise kennen.

Das Interview: Von O-Tönen und gelungenen Statements
Auch wenn manch ein Zeitungs- oder Radiointerview eine Stunde und länger dauern kann, schaffen es oft nur wenige Aussagen der Interviewten in den fertigen Beitrag oder Artikel. Die Teilnehmer*innen lernen in diesem Seminarmodul, welche Arten von O-Tönen oder Zitaten es gibt und welche davon die größten Chancen haben auch gedruckt oder gesendet zu werden. Sie üben außerdem, wie sie selbst ein gutes Statement zu ihren Forschungsinhalten liefern können. Last but not least wird auch das Lenken von Interviews thematisiert. Denn nicht immer ermöglichen es die  journalistischen Fragen den Interviewten, die Inhalte zu thematisieren, die ihnen eigentlich wichtig wären.

Workshop-Beschreibung herunterladen (PDF)

Trainerin

Kristin Raabe ist Wissenschaftsjournalistin u.a. für WDR (Quarks & Co, Nano), Deutschlandfunk (Forschung Aktuell) und Technology Review (Heise Verlag) und Mitglied der Wissenschaftspressekonferenz. Ihre wissenschaftsjournalistische Arbeit ist mit mehreren Preisen ausgezeichnet worden. Sie bietet seit vielen Jahren Medientrainings für Wissenschaftler*innen an.

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